Auf ein Wort

Hoch droben, im Chorbogen am Eingang zum Altarraum unserer Kirche, ist ihr Bild angebracht, umrahmt von einem Kranz aus fünfzig Perlen. Dabei ist sie selber die kostbare Perle, der keine gleicht: Maria, Jungfrau und Mutter. Sie hat den Retter geboren. Sie hat ihn zur Welt gebracht. Aus ihr ist er Mensch geworden.
Jetzt, mitten im Herbst der Welt, beginnt der neue Frühling: die neue erlöste Welt entsteht.
So werden die Perlen auch zu Rosen und die Rosen zum Lobpreis: Du bist gebenedeit, gepriesen unter den Frauen.
Fünfzig Mal - das ist nicht einfallslose, geistlose Wiederholung, das ist kein auf der Stelle treten. Das lädt ein zum Eintreten in die Welt Gottes. In unserer Welt muss alles einen Sinn, d.h. Ertrag und Nutzen haben, es muss spannend und unterhaltsam sein. Ihr den Kranz aus fünfzig Rosen zu winden, ist kein weltvergessendes Kinderspiel, vielleicht aber ein genauso seliges Verweilen dort, wo die Mitte unseres Lebens ist: in Jesus Christus. Beten (auch des Rosenkranzes) ist immer ein Verweilen bei Gott über alle Zeiten und Räume hinweg.
Beten ist etwas, zu dem viele Menschen heute keine Zeit zu haben scheinen oder sich keine Zeit nehmen. Es vermittelt den Eindruck, als würden wir die Hände in den Schoß? legen. Maria aber sagt uns: "Großes hat der Herr an mir getan!" Das gilt noch heute. Wir Menschen können so Großes nicht tun. Das Größte, das wir tun können, ist, Gott an uns handeln lassen. Er rettet unser Leben. Wir haben Gnade gefunden bei Gott. Hoch oben hängt der Rosenkranz in unserer Kirche. Aber er soll uns nicht so hoch hängen, dass wir ihn nicht betend zur Hand nehmen.

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